Veranstaltung: „Wir lassen die Kirche im Dorf! – Neue Ideen für alte Mauern“
Wir lassen die Kirche im Dorf! - Neue Ideen für alte Mauern
Was tun, wenn Gebäude im Ortskern immer weniger genutzt werden, potenziell sogar leer stehen? Besonders, wenn es sich um so ortsbildprägende Gebäude wie Kirchen oder Pfarrgebäude im Dorf handelt? Ideen lieferte die Veranstaltung „Wir lassen die Kirche im Dorf! – Neue Ideen für alte Mauern“ der LEADER Region Westerwald in Kooperation mit der Abteilung Visionsorte des Büros schneiderarchitektur aus Koblenz. Mehr als 50 Gäste, überwiegend aus der Kommunalpolitik, waren ins Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ in Dreisbach gekommen.
Professor Peter Thomé, Leiter des Studiengangs Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung der Hochschule Koblenz, machte eindrucksvoll deutlich, warum Leerstand ein Thema ist, mit dem sich Kommunalpolitiker*innen früh beschäftigen sollten. Möglichst schon, bevor der Leerstand sichtbar wird. Er plädierte für eine Belebung der Ortskerne und zeigte beispielhaft Ortschaften auf, wo dies durch eine strukturierte Herangehensweise gelungen ist.
Oliver H. Leicht und Marco Capisciolti vom Bistum Limburg stellten im Anschluss die Kirchliche Immobilien Strategie des Bistums vor. Sie zeigten auf, über welchen Immobilienbestand das Bistum Limburg verfügt und wie das Bistum in einem strukturierten Prozess die Nachnutzung nicht mehr benötigter Immobilien anstößt. Mit im Gepäck hatten sie zahlreiche, kreative Good Practice Beispiele, etwa den Umbau von Kirchen zu Wohnraum, neuen sozialen Treffpunkten oder einer Kletterhalle. Sie präsentierten auch wichtige Erfahrungen im Prozess – beispielsweise die frühe Einbindung von Bürger*innen vor Ort oder eine transparente Kommunikation.
Mit dem EU-Förderprogramm LEADER stellte Sarah Pfeil von der LEADER Region Westerwald im Anschluss ein mögliches Förderprogramm zur Finanzierung von Nach-/Umnutzungsideen leerstehender Gebäude im Ort vor. Sie spannte so inhaltlich den Bogen von der Frage „Warum sollte ich etwas tun?“ über „Was könnte ich tun?“ bis hin zu „Wie könnte es finanziert werden?“. Als Alternative zu einer LEADER-Förderung erwähnte Sarah Pfeil ebenfalls der Förderprogramm der kommunalen Dorferneuerung.
Durch den Abend führte Mareike Dietzler von der Abteilung Visionsorte des Büros schneiderarchitektur. Sie ordnete die Fachbeiträge ein und zeigte zum Abschluss anhand weniger konkreter Schritte auf, wie ein Prozess von der Idee bis zur Umsetzung aussehen könnte.