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Abgrenzung
und Lage des Aktionsgebietes der LAG Westerwald
Das
Gebiet der LAG Westerwald
Die
Region der LAG Westerwald ist Teil der rechtsrheinischen
Landkreise Westerwald und Altenkirchen. Sie liegt am Nordostrand
von Rheinland-Pfalz an der Grenze zu den Nachbarländern Hessen
und Nordrhein-Westfalen.
Das
Gebiet ist Teil eines im LEP III und im Regionalen
Raumordnungsplan 2006 ausgewiesenen ländlichen Raumes und ist
Zielgebiet der rheinland-pfälzischen Umsetzung des PAUL mit
seinem Schwerpunkt LEADER. Die Region setzt sich aus 164
Ortsgemeinden zusammen, die den acht Verbandsgemeinden Bad
Marienberg, Gebhardshain, Hachenburg, Rennerod, Selters,
Wallmerod, Westerburg und Wirges angehören (vgl. Abbildung 1).
Bei einer Gesamtgröße von 800,8 Quadratkilometer hat sie
eine Einwohnerzahl von 148.887 Personen (Stand 6/2006).
Hieraus ergibt sich eine
durchschnittliche Einwohnerdichte von 185,87 Einwohnern pro
Quadratkilometer. Die Region erfüllt daher die Einwohnerkriterien
des Entwicklungsprogramms PAUL mit der Schwerpunktachse LEADER.
Kohärenz
der LAG-Region
Westerwald
Die
Kohärenz der
LAG-Region Westerwald als homogenes Gebiet ergibt sich
insbesondere aufgrund ihrer naturräumlichen Lage und Ausstattung:
Die
Region umfasst annähernd den gesamten rheinland-pfälzischen
Anteil der Naturräume Oberwesterwald und Hoher Westerwald.
Lediglich am Süd- und Westrand greift sie kleinräumig auf den
Naturraum Niederwesterwald über, und im Nordwesten beinhaltet
diese den östlichen Teilraum des Nisterberglandes, der jedoch
landschaftlich durch den Verlauf des Talzuges der Großen Nister
Verbindungen bis in den Hohen Westerwald aufweist (vgl. Abbildung
2).
Die
Region zeichnet sich durch einige großflächig zusammenhängende
Waldgebiete, einen hohen Grünlandanteil mit einem bedeutenden
Anteil an Extensivgrünlandflächen sowie durch das Vorkommen
mehrerer großflächiger Stillgewässer (Westerwälder Seenplatte
und Talsperren im Hohen Westerwald) aus.
Die Region hat aufgrund ihrer Ausstattung mit Naturschutzgebieten,
mehreren Landschafts-schutzgebieten, FFH-Gebieten,
EU-Vogelschutz-gebieten und als Schwerpunktraum des landesweiten
Vertragsnaturschutzes eine weit überdurchschnittliche Bedeutung für
den Arten- und Biotopschutz.
Für
die regionale Identität der Region ist die naturräumliche
Ausstattung und die Lage im Zentrum des geographischen
Westerwaldes bei gleichzeitig peripherer Lage zu den Ballungsräumen
und oberzentralen Entwicklungsschwerpunkten im Rhein- und Siegtal
von besonderer Bedeutung.
Die Westerwälder
Seenplatte, die Kroppacher Schweiz und der Hohe Westerwald sind
namengebend für die Bezeichnungen naturräumlicher Untereinheiten
des Gebietes und werden gleichzeitig auch als Destinationen im
Tourismusmarketing beworben.
Abb.
1:
Abgrenzung des Gebietes der LAG Westerwald

Abb.
2:
Naturräumliche Zuordnung der LAG-Region Westerwald

Foto:
Hoher Westerwald mit Breitenbachtalsperre

Der seit
Jahrhunderten und verstärkt seit Ende des 19. Jahrhunderts
betriebene Abbau von Bodenschätzen, insbesondere von Basalt,
Quarzit und Ton war eine bedeutende Einkommensquelle der Landbevölkerung
und bildet noch heute markante und sowohl naturkundlich als auch
touristisch interessante Elemente der Kulturlandschaft des
Westerwaldes. Insbesondere die Basalt- und Trachytvorkommen der
Region prägen als regionaler Baustoff immer noch das Bild der
Dorfkerne und die Ansicht kulturhistorisch herausragender Gebäude.
Im
Zusammenhang mit dem Basaltabbau steht auch die im Zentrum der
LAG-Region liegende Fossillagerstätte im Basaltabbaugebiet „Stöffel“,
die aufgrund sensationeller Fossilienfunde zur Tier- und
Pflanzenwelt des Tertiärs eine international herausragende
wissenschaftliche Bedeutung
Foto:
Kirchengebäude in Rosenheim mit Basaltmauerwerk

gewonnen
hat. Diese Fossillagerstätte und das in seinem Erhaltungsgrad
einzigartige Gebäudeensemble industrieller Basaltverarbeitung
werden zurzeit, durch LEADER+ und das Land Rheinland-Pfalz gefördert,
als „Tertiär- und Industrie-Erlebnispark Stöffel“ (Stöffel-Park)
und als ein touristisches Zentrum der Region aufgebaut.
Bei der Abgrenzung der Region wurden kleinräumige randliche Überlappungen
im Bereich angrenzender Naturräume (Niederwesterwald,
Mittelsiegbergland) und im Bereich von verdichteten Räumen (Teilräume
der VGs Wirges und Wallmerod) bewusst zugunsten der Einbindung
kompletter Verbandsgemeinden in Kauf genommen.
Die
Erfahrungen der LEADER+-Förderperiode in der LAG Westerwald seit
2000 haben nämlich gezeigt, dass insbesondere die Umsetzung überörtlicher
Aktivitäten mit Vernetzungscharakter der Leistungskraft und der
organisatorischen Kapazitäten der Verbandsgemeinden bedarf. Darüber
hinaus bietet die Einbindung der Verdichtungsräume in den
Verbandsgemeinden Wirges und Wallmerod zusätzliche Chancen der
Region im Hinblick auf eine funktionale Verknüpfung zum südlich
liegenden Verdichtungsraum (Höhr-Grenzhausen, Ransbach-Baumbach,
Montabaur) mit dem Entwicklungsschwerpunkt Montabaur (Entwurf LEP
IV).
Foto:
Montabaur mit ICE-Bahnhof, BAB3 und Gewerbegebieten

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