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Leben im Dorf - Ortskerne weiter
entwickeln
Vertreter der LAG Westerwald waren zu der Abschlussveranstaltung
„Leben im Dorf“ in Obernheim, SüdWesteAlb/Baden Württemberg
eingeladen
Montabaur/Obernheim: Ganz so
idyllisch, wie es zu Beginn der Veranstaltung in dem etwas älteren
Lied „Wie schön ist doch mein Dorf gewesen“ ist die Situation in den
Gemeinden des Zolleralbkreis, des Kreises Tuttlingen und des
Westerwaldkreises natürlich nicht mehr. Im Vortrag von
Staatssekretärin Gurr-Hirsch ging es um die Gemeinden des Ländlichen
Raumes die für die Bürger weiterhin attraktiv gehalten werden
sollten. Ihre Botschaft „Die Ortskerne müssen gestärkt werden,
großzügigen Neubaugebieten auf der „Grünen Wiese“ und „vor den Toren
der Gemeinde“ erteilte sie eine rote Karte.
Zu diesem Thema haben sich die
„Lokalen Aktionsgruppen der SüdWest Alb“ und „Westerwald“
zusammengetan um die Vielfalt und die Werte der Gemeinden zu
erhalten und zukunftsfähig zu machen. Die Alternative wäre, nichts
zu tun - und das ist keine Alternative", so Arno Schürg,
Geschäftsführer der LAG Westerwald in seinem Gastreferat in
Obernheim.

„Durch die Auswirkungen des
Demografischen Wandels sowie die Nichtnutzung innerörtlicher
Potenziale entstehen in vielen Orten mehr und mehr innerörtliche
Leerstände“. Diese Erfahrungen führten dazu, dass sich der
Rosenfelder Stadtteil Leidringen am LEADER-Leitprojekt „Leben im
Dorf“ beteiligt hat. Die im ersten Schritt des Leitprojekts
geforderte Bestandsaufnahme bestärkt die obige Annahme. So stehen
allein im Ortskern 30 Gebäude leer, 39 Gebäude sind von Bewohnern
mit einem Alter von über 75 Jahren bewohnt. Hinzu kommt, dass 7
Bauplätze im Ortskern zur Verfügung stehen. Die Stadt Rosenfeld hat
sich gemeinsam mit dem Ortschaftsrat Leidringen dazu entschlossen,
diese augenblicklich vorhandenen und in Zukunft weiter drohenden
Leerstände aktiv entgegenzuwirken. Da die LEADER-Region SüdWestAlb
mit dieser Thematik nicht allein dasteht, wurde bereits während der
Erstellung des regionalen Entwicklugnskonzeptes mit der LAG
Westerwald Kontakt aufgenommen. Die Verbandsgemeinde Wallmerod hat
mit ihrem Projekt „Leben im Dorf – Leben mittendrin“ neue Wege im
Hinblick auf Vermarktung von Leerständen und Aktivierung
innerörtlicher Potenziale beschritten und Maßstäbe gesetzt, wie man
am Erfolg des Projekts ablesen kann. Beispiele hierzu nannte der
Geschäftsführer der Westerwälder LAG, Arno Schürg, in seinen
Ausführungen zum Thema. Bereits kurz nach der Aufnahme der
LEADER-Region SüdWestAlb in die Förderung wurden die Kontakte zur
LAG Westerwald weiter vertieft, die dann im Abschluss einer
Kooperationsvereinbarung am 12. September 2008 in Montabaur
mündeten. Diese Kooperationsvereinbarung soll nun durch dieses
Projekt, ein Kooperationsprojekt der Verbandsgemeinde Westerburg mit
den Gemeinden aus dem Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz und dem
Stadtteil Rosenfeld-Leidringen aus dem Zollernalbkreis in
Baden-Württemberg in die Tat umgesetzt werden. Durch das
Kooperationsprojekt soll für die Gemeinden in einem ersten Schritt
eine internetgestützte Vermarktungsplattform geschaffen werden, um
die in den Gemeinden vorhandenen Leerstände aktiv zu vermarkten.
Hierzu soll auf einer eigenen Homepage die Möglichkeit geschaffen
werden, Gebäude anzubieten oder zu suchen. Gepflegt werden soll die
Homepage über die jeweiligen Verwaltungen. Bei der Erstellung der
Plattform müssen neben pragmatischen (z. B. Barrierefreiheit) auch
rechtliche Aspekte (Konkurrenz zu privaten Maklerbüros)
berücksichtigt werden. Neben der Erstellung der Homepage sollen
flankierende Maßnahmen in Form von Flyern über das Projekt und den
jeweiligen Wohnstandort, sowie Imageanzeigen in der Tagespresse, im
Falle von Rosenfeld-Leidringen in Richtung Stuttgart und im Falle
von Westerburg in das Rhein-Main-Gebiet bzw. Köln-Bonn erfolgen.
Beide Projektpartner verfügen über hervorragende verkehrstechnische
Anbindungen. So verfügt Montabaur über einen direkten ICE-Anschluss
und die Anbindung an die A 3. Rosenfeld-Leidringen liegt neben der
Autobahn A 81. Somit sind die Wohnstandorte für Pendler in Richtung
Ballungsgebiete prädestiniert.
Neben der Zielgruppe der Pendler soll
aber vor allem auch die heimische Bevölkerung angesprochen werden.
Es ist daher vorgesehen, das Thema der Innenentwicklung weiter in
das Bewusstsein der Bürgerschaft zu verankern, in dem man über den
Projektverlauf hinweg eine Veranstaltungsreihe mit verschiedenen
Referenten (Planer, Bürgermeister, etc.) und Exkursionen anbietet,
um auch anschaulich aufzuzeigen, was möglich ist, sowie evtl. einer
gebietsübergreifenden Informationsveranstaltung. Dabei soll die
Notwendigkeit und die Kosten der innerörtlichen Entwicklung
aufgezeigt werden.
Das Konzept soll folgende Maßnahmen
beinhalten:
- Erstellung einer
internetgestützten Vermarktungsplattform durch einen Anbieter
- Kostenersparnis für die
Projektträger
- Erstellung von Printmedien (Flyer)
- Schaltung von Annoncen oder
Beilagen in der Tagespresse der Ballungsräume
Stuttgart/Frankfurt am Main/Köln-Bonn
- Veranstaltungsreihen und
Exkursionen
Durch das LEADER-Leitprojekt „Leben
im Dorf“ in der LAG SüdWestAlb wurde in der Bevölkerung eine gewisse
Sensibilisierung für das Thema Reduzierung des Flächenverbrauchs und
Aktivierung der innerörtlichen Potenziale erreicht. Es gilt nun,
dieses Potenzial abzuschöpfen und in die Tat umzusetzen.
„Mit der LAG Westerwald, die bereits
Erfahrung sammeln konnte mit dem Projekt „Leben im Dorf – Leben
mittendrin“, bzw. mit der Verbandsgemeinde Westerburg, konnte
hierbei ein idealer Umsetzungs- und Kooperationspartner gefunden
werden“, so der Geschäftsführer der LAG SüdWesteAlb, Herr Münch.
„Beide Projektpartner verfügen über
ähnliche Strukturen und Ausgangslagen, sodass sich durch ein
gemeinsames Projekt erhebliche Kosten sparen lassen um den
gewünschten Erfolg zu erzielen“.
„Das Projekt besitzt Modellcharakter,
da ein solches in Baden-Württemberg bislang nicht vorhanden ist“,
bemerkt Herr Münch abschließend.
Das Kooperationsprojekt soll im
Frühjahr 2010 begonnen werden und im Herbst 2010 fertig gestellt
sein.
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